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22.09.2019

Sängerparade 1947

Was hör ich draußen vor dem Tor,
was durch die Gassen schallen?
Der Allmannsweirer Männerchor
läßt seine Lieder hallen.

Gegrüßt seid mir, ihr edlen Herren
die freudig hier zusammenkamen!
Seht an, die Sänger, Stern an Stern,
wer nennt mir ihre Namen?

Als König der Stimmen in unserm Chor
tritt der 1. Baß ganz klar hervor:
Wie aus des Grabes tiefsten Grüften
tönt es und hallt es in den Lüften.

Schuster Herrenknecht, auch als Hans Sachs verkannt,
sei hier an erster Stell' genannt.
Als Vorstandsmitglied ist er zur Stell'
auch Schuhe repariert er recht schnell.

Dem nächsten geb' ich euch nun kund,
unsern vielgerühmten Nolle, Edmund.
"Ja, Vereinsbot sin", stöhnt er mit Weh und Ach,
"viel lieber bin ich am Ringelbach."

Und wem der leere Kasten schwoll,
der seh' sich an den Reinhard Moll.
Beim Urbanbäck macht er die Brote,
versteht recht viel vom Hexenwerk der Note.

Das Oberdorf ist dann weiterhin
vertreten durch den Beisitzenden, Herrn Fiehn -
und ist die Singstund bald am End
kommt Prandhoff jr. angerennt;
kein Wunder, wenn er den Rang nicht kriegt,
weil er im Schatten des Kirchturms ein Mägdelein sieht.

Wer gar nicht seine Stimm versteckt
und beim Singen wacker den Kopf verreckt,
kann nur der Heitzebote Albert sein;
mit seinen Brüdern ist er schon der halbe Verein.

Aus der Gefangenschaft, welch Glück,
kam Erich Heimburger aus Rußland zurück!
Verstärkt hat sich der Sänger Schar
und nachgewachsen ist sein Haar.

Gleich bei der Kirche wohnt ein Mann,
recht still ist unser Schäfer, Hermann;
er tritt zusammen aus dem Haus
mit Sangesbruder Jörger raus.

Daß bei der Stimm wohl keiner fehl,
nenn ich noch den Binder, Daniel.
Er tut sich hervor im Notenverwaltungsamt,
ist schuld, wenn jemand die Partitur verkramt. 

Als zweite Stimm, muß ich bekennen,
der 2. Tenor ist nicht zu verkennen.
An seiner Jugend, die sich schart,
wie Haare sich zu einem Bart
um Oskar Heimburger, die mächtige Stütze
mit der blauen Sängermütze.

Es folgt ihm dicht der Teddy-Bär,
wir lieben seine Stimme sehr -
er spricht nicht viel, ist kurz und knapp -
die Sternlein fielen leider ab.

Dafür läßt er wie früher die Mannen
jetzt strammstehn seine leeren Kannen.
Wenn ich Max Heitz ins Auge seh,
denk ich sofort an G.St.

Kein Mädchenherz ist doch aus Holz,
denkt Mäxchen still und ist ganz stolz!
Was noch in die Verwandtschaft fällt,
sei hintennach gleich aufgezählt:

der junge Gatte, er ist da
mit seiner Heidblume Erika.
Der Otto fährt nach Ottenheim,
denn auswärts soll es besser sein.

Es folgt ihm nun im Tritt der Männer
Rob, Tormann ex. auch Sensenbrenner.
Wir wünschen daß die goldne Kehle
im nächsten Jahr nicht so oft fehle!

Ich muß erst wahre Liebe fühlen,
um meinen Liebesdurst zu kühlen,
denkt Lesers Walter, sonst nichts mehr,
in einem Zug trinkt er die Bettflasch leer.

Dann schließt sich Günther Emmerich an
und prima tanzend folgt ihm unser Oster-hasen-mann.
Und Rudel, Horst am Schluß genannt,
weil er zuletzt den Anschluß fand.

 Ja, wenn mit himmlischen Tenören
ein Lied ertönt, man muß es hören,
daß hier das Höchste wird erstrebt,
was man beim 1. Tenor erlebt.

Beim ersten Sänger fang ich an,
ein jeder kennt den Schnieder-Schang;
singt mühelos in höchsten Tönen,
nur Pünktlichkeit muß er sich angewöhnen.

Und auf der hohen Notenleiter
wird er verfolgt von Ernstle Reitter,
der ohne Zweifel singt recht rein -
nur schläft er hie und da mal ein.

Hermann Walter singt in dieser Stimme mit,
daheim singt er nun bald zu viert.
Weil länger lag er in weißen Kissen
mußten wir eine Zeiltang den Huggl vermissen.

Nun hoffen wir, daß er, wieder genesen,
die längste Zeit ist "gelb" gewesen.
Vom Unterdorf Stolz, Adolf lenkt
seine Schritte zur Singstund und dabei denkt:
"Ich hab Interesse am ganzen Chor;
mein Töchterchen liebt speziell den 2. Tenor."

Wer pünktlich auch ist wie eine Uhr
in A-Moll spielt Orgel und singt in Cis-Dur,
Arthur Bechinger, der wackre Mann,
er fängt gern französisch zu lesen an.

Bevor wir zur letzten Stimm übergehn
können wir Heitz, Wilhelm nicht übersehn;
denn mit seiner respektablen Länge
ragt er hervor aus unserer Menge.
Im Omnibus singt er, wie er kann
und fängt beim ersten Lied wieder an.

Der 1. Vorstand wird nun genannt,
Zimmermann, Karl hat uns ein Engel gesandt.
Im 2. Baß er in Führung liegt,
wenn man sich in den tiefsten Keller begibt.

Auf seinen Schultern ruht manche Last,
er findet weder Ruh noch Rast,
rennt ab sich, geht manch schweren Gang,
nichts mehr liebt er wie Wein, Weib und Gesang.

Ganz dicht bei ihm wohnt, glaub ich doch,
der 2. Karl, mit Namen Schoch.
Sein Schnitzerchen steht ihm nicht schlecht,
er ist beliebt, und das mit Recht.

Jetzt stellt sich vor als Karl der Dritte
und tritt heraus aus unsrer Mitte,
ein Sänger, der in tiefen Lagen grollt,
denn Opposition kommt von K. Diebold.

Albert Rieflin, meistens heiter,
singt in tiefen Lagen weiter;
Freund Adolf Nierlein, jung an Jahren,
in Liebe und Gesang schon recht erfahren,
wenn wer das Gegenteil will sehn,
braucht abends er nur zum Lindl gehn.

Auf, frisch vora, die Zeit will treibe,
mei lieber Fritz, du koasch so bleibe;
und des Reimes wegen, ganz zum Schwanz,
ist aufgeführt der Ziegler, Hans.

Was nützen all die Stimmen,
wenn sie nur durcheinander singen -
es geht nicht anders, ganz am End,
braucht man halt noch den Dirigent.

Nicht einem wollen wir's verhehlen,
hieran kann's uns bestimmt nicht fehlen.
Herr Prandhoff ist ja ganz enorm,
wenn er uns führt, sind wir in Form.

Jedoch 'kommt er einmal in Hitzen,
dann fliegen Bücher und auch Mützen;
ist erst vorbei der Zorn, die Wut,
geht's gleich beim nächstenmal so gut.
Wir sprechen aus die Bitte
bleib lang in unsrer Mitte!

Auf, Sangesbrüder, stimmet an,
ein Gruß dem Gast im Saale,
ein dreimal Hoch: Wein, Weib, Gesang -
nun füllet die Pokale!

Verfasser: Prandhoff jr. ??

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