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22.09.2019

Das 25-jährige Jubiläum

Der in Deutschland vollzogene Machtwechsel und die damit verbundene "Gleichschaltung" hatte natürlich auch in unserem Dorf seine Auswirkungen. So musste der Verein z.B. am 21.3.1933 wie alle anderen dörflichen Vereine an einem Fackelzug teilnehmen.
Wegen der Gleichschaltung legte der verdienstvolle 1. Vorstand Wilhelm Binder sein Amt nieder. Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz und für seine Verdienste um den Verein wurde Wilhelm Binder zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Doch kurz vor den Feiern zum 25-jährigen Jubiläum traf den Verein ein weiterer herber Verlust. Der erfolgrieche Dirigent Hauptlehrer Krieger wurde im November 1933 nach Karlsruhe versetzt, so dass ein neuer Dirigent gesucht werden musste, der in Willy Knürr bald gefunden war.
Inzwischen wurde das Jubiläumsfest intensiv vorbereitet. Eine Festkommission übernahm die Organisation. Am 21. Mai 1934 fand das Fest statt.
Am Vorabend bewegte sich ein Fackelzug durch die Dorfstraßen. Zusammen mit der Musikkapelle marschierten die Sänger und Freunde des Vereins zum Festplatz, der im Garten des Johann Schäfer hergerichtet war. In die abendliche Stille erklangen die feierlichen Lieder. In seiner Ansprache würdigte der Ehrenvorsitzende Wilhelm Binder noch einmal die Vereinsgründer.

25-jähriges Jubiläum

Der Festtag begann um 5 Uhr (!) mit dem Wecken (Böllerschüsse und Musikverein). Am Vormittag fand ein Festgottesdienst statt. Ab 12 Uhr kamen die auswärtigen Vereine. Sie wurden von Festreitern und Festjungfrauen empfangen. Die Festjungfrauen gefielen besonders durch ihre schmucken Riedtrachten, die schon damals sehr selten geworden waren.
Ein großer Festzug bewegte sich ab 14 Uhr durch das Dorf. Auf dem Festplatz herrschte reges Treiben. Mit einem Festlied des Jubelchores wurde der Nachmittag eröffnet. Der Vereinsführer Georg Mundinger begrüßte die Gäste, der Dirigent und Lehrer Willy Knürr hielt die Festrede. In buntem Wechsel sangen nun die Vereine bei herrlichstem Maiwetter.
Am Montag fand noch einmal ein kleiner Festumzug statt. Mit Volksbelustigung und Tanz wurden die Festtage beendet.
Da das Fest auch ein gutes finanzielles Ergebnis hatte, beschloß der Verein, einen "großen" Ausflug als Dank für die Mitarbeiter des Festes durchzuführen. Dieser große Ausflug (mit Autobussen) fand am 12.8.1934 statt und hatte das Ziel die Hornisgrinde.

Aufgrund eines Vorstandsbeschlusses wurden 1935 erstmals Sänger geehrt, die alle Singstunden besucht hatten. Unterbrochen wurde das gewohnte Vereinsleben dadurch, dass der Dirigent zu Wehrübungen eingezogen wurde. Dadurch musste 1935 die Weihnachtsfeier ohne Dirigent ausgeführt werden, 1937 und 1938 fielen deshalb mehrere Singstunden aus. Durch die ausgebrochene Maul- und Klauenseuche wurde das Vereinsleben 1937 noch einmal empfindlich gestört.

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit, da viele Sänger zum Kriegsdienst eingezogen wurden.

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